Die Bamar-Gesellschaft

Wie dem Kapitel Land und Leute zu entnehmen ist, stellen die ethnischen Bamar etwa zwei Drittel der Bevölkerung des Staates. Im Zusammenhang mit diesem Volk und seinem Namen gibt es Unklarheiten. Bamar und Myanmar sind die Eigenbezeichnungen. Beide Namen entspringen derselben Wortwurzel. Auf Deutsch nennen wir sie Burmesen bzw. Birmanen oder Myanmaren. Die Franzosen, Niederländer, Italiener, Russen u. v. a. bezeichnen das Land als Birma, seine Einwohner entsprechend. Das Wort Burma wiederum ist aus dem Englischen abgeleitet, das deutsche Wort die falsch ausgesprochene englische Form.  Die Engländer, die das heutige Myanmar fast einhundert Jahre kontrollierten, nennen es Burma (gesprochen etwa wie Börmah), eine Bezeichnung, die sie von den Indern übernommen hatten, die es (nach seiner Hauptbevölkerungsgruppe) Barma nannten. Bei seinen Bewohnern des Landes machen die Briten einen kleinen, aber feinen Unterschied: Die Bamar werden Burman genannt (siehe Shway Yoes Buch: The Burman …), Burmese hingegen ist die Bezeichnung für alle Einwohner des Landes, unabhängig von der Volksgruppe. 1990 wurde der Staat offiziell in Myanmar umbenannt. Dieser Name befindet sich bereits auf einer Inschrift 

aus dem frühen 12. Jahrhundert A. D.  – ist also keine Erfindung der Militärregierung, wie manch einer glaubt.      

Die vermutlich aus dem östlichen Teil Tibets stammenden Bamar sind während des ersten nachchristlichen Jahrtausends in die Zentralebene des Landes eingewandert. Im 11. Jahrhundert A. D. entstand dort der erste burmesische Staat, der als Bagan-Reich bekannt ist. Während dieser Zeit nahm das Volk den Theravada-Buddhismus an, dem es bis heute anhängt. Jedoch blieben viele Elemente der alten animistischen Religion erhalten. Im Laufe der Geschichte gelang es den Bamar, sich gegen alle konkurrierenden Volksgruppen (z. B. Mon, Shan) durchzusetzen und sich nach Süden auszubreiten. Die früher dort dominierenden Mon wurden weitgehend assimiliert. Heute bewohnen die Myanmar die großen Flussebenen (d. h. die sieben Regionen), wo sie Reisanbau betreiben. Die Minderheiten leben in der Peripherie des Landes (sieben Bundesstaaten).     

Die Bamar sind für ihr easy going und ihre Sorglosigkeit berühmt. Ihre Gesellschaft weist etliche Eigenarten auf, die im Text beschrieben werden. Als Stichworte seien hier anade, und ma.ja.bu:  genannt.